
Towerbridge in London
Englands Brücken sind technische Meisterleistungen ihrer Zeit, zudem architektonische Sehenswürdigkeiten von Weltruf und prächtige Wahrzeichen eines vom Wasser geprägten Landes. Die Geschichte der englischen Brücken ist beinahe so alt wie die Historie des Landes selbst. Spätestens seit der industriellen Revolution setzt der Brückenbau in England internationale Maßstäbe. Die technische Entwicklung des englischen Brückenbaus wird in der Metropole London besonders deutlich.
Bereits die Römer errichteten Holzbrücken über die Themse. Die ersten Steinbrücken ließ man unter Henry II. Ende des 12. Jahrhunderts erbauen. Die London Bridge nahm 30 Jahre Bauzeit in Anspruch. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts blieb sie die einzige massive Verbindung über den Flusslauf der Themse. Unweit der Brücke entwickelten sich Wohnsiedlungen und Handelseinrichtungen.
Als die Brückenverbindung dem aufkommenden Verkehr nicht mehr Stand hielt, musste sie einer von John Rennie geplanten Konstruktion weichen, welche in den Anfängen des 19. Jahrhunderts als technische Meisterleistung einzustufen war. Heute gleicht die London Bridge einer modernen Anlage, welche dem Cityverkehr standhält. Die alte Brückenkonstruktion wird in einem Museum in den Vereinigen Staaten der Öffentlichkeit präsentiert.
Die Wohl bekannteste Brücke Englands ist die Tower Bridge. Seit 1894 überspannt die 244 Meter lange Brücke die Themse und ist zu einem Wahrzeichen Londons geworden. Die Brückenanlage, mit ihren hydraulischen Zugbrücken und den beiden markanten neugotischen Türmen entstand nach Plänen von Horace Jones, welcher auch zahlreiche Bauwerke in der Londoner Innenstadt schuf. Unweit Newcastles in Nordengland verdienen zahlreiche verschiedene Brücken Beachtung, welche den Fluss Tyne überspannen. Die High Level Bridge wurde um 1850 von Robert Stephenson geplant. Über Großbritanniens größten Brückenbogen verfügt die 1928 vollendet Tyne Bridge. Der Brückenbogen erreicht eine Spannweite von 162 Metern.

Carrbridge
Zahlreiche historische Brückenbauten sind in den schottischen Highlands zu finden. Im Cairngorms Nationalpark findet man die 1707 erbaute Carrbridge. Nach der Steinbrücke, welche heute als viel besuchte Sehenswürdigkeit gilt, wurde auch ein Ort im Nationalpark benannt. Die Überquerung der Glen Nevis Brücke gleicht einem Abenteuer. Die Brücke führt an drei Seilen über den Flusslauf des Nevis. Die Eisenbrücke von Caalbrookdale signalisiert einen Wandel in Englands Brückenbau. Die von Abraham Darby im eigenen Familienunternehmen 1797 hergestellte Brücke gilt als erste komplett aus Eisen gefertigte Brückenkonstruktion.
Die Brücke ist heute in ein Museum integriert und kann zu Fuß oder per Rad passiert werden. Die Eisenbahnbrücke Forth Bridge in den Schottischen Highlands gilt als Musterbeispiel der Baukunst des Viktorianischen Zeitalters. Geplant wurde der Bau von Sir John Fowler. Die Brücke wurde aus 54 000 Tonnen Stahl errichtet. Der Brückenbau soll von Gustav Eiffel aufmerksam verfolgt worden sein. Eiffel soll hierbei wichtige technische Erkenntnisse für die spätere Errichtung des Eiffelturms gewonnen haben.




